Im Auswertungszeitraum waren demnach 54,2 Prozent der Existenzgründer unter den Ärzten weiblich. Das ist ein Anstieg von über drei Prozent im Vergleich zur Auswertung 2012/2013. „Das Interesse der Ärztinnen an der Selbstständigkeit nimmt offensichtlich stetig zu“, sagte Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der apoBank. „Das hängt gewiss auch damit zusammen, dass die Möglichkeiten der Berufs­ausübung vielfältiger geworden sind und mehr Flexibilität und Gestaltungsspielraum mit sich brin­gen, beispielsweise für Praxiskonzepte, die Familienplanung beziehungsweise das Privat­leben gut integrieren.“

Die Auswertung des Gründungsverhaltens der Hausärzte ergab, dass Ärztinnen im Ver­gleich zu ihren männlichen Kollegen grundsätzlich zurückhaltender investieren. Sie ge­ben im Schnitt 107.000 Euro aus, Männer hingegen knapp 130.000 Euro. Dagegen lassen sich Frauen häufiger in der Großstadt nieder (49,7 Prozent), 43,8 Prozent der Männer bevorzugen diese Praxislage. Zudem entscheiden sich 65,4 Prozent der Ärz­tinnen für eine Einzelpraxis. Dagegen findet fast die Hälfte der Ärzte eine Kooperation attraktiv (47,8 Prozent).

Kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es allerdings beim Durchschnitts­alter zum Zeitpunkt der Niederlassung: Bei Ärztinnen lag es 2015 mit 42,3 Jahren nur ge­ringfügig über dem der männlichen Kollegen mit 42,2 Jahren.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt