Daniel Hauth – „Arbeit als angestellter Arzt ist eine Testphase“

Daniel Hauth hat sein Ziel erreicht. Der 41-jährige Facharzt für Allgemeinmedizin fand seine Wunschpraxis in Groß Wittensee im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

„Ich liebe den Norden und wollte schon immer sehr gern eines Tages als niedergelassener Arzt in Schleswig-Holstein arbeiten“, berichtet Daniel Hauth. Er kennt das nördlichste Bundesland sehr gut, denn er ist sozusagen ein Landeskind. Geboren in Berlin-Charlottenburg, wuchs er in Büdelsdorf direkt am Nord-Ostseekanal auf und machte dort auch sein Abitur. Nach dem Medizinstudium an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald absolvierte Hauth seine stationäre Assistenzarztzeit in Neustrelitz. Danach ging er zunächst nach Niedersachsen und arbeitete während seiner Weiterbildungszeit zum Allgemeinmediziner in einer großen Hausarztpraxis in Wolfsburg. Anfang 2013 machte er dort seinen Facharzt für Allgemeinmedizin und war danach als Hausarzt in einer Landarztpraxis in der Nähe der VW-Stadt angestellt. Doch der Wunsch, nach Schleswig-Holstein zurückzukehren, war immer präsent.

Rückkehr in den Norden

Nun ist er zurück und praktiziert seit Ende Februar 2015 zunächst als angestellter Arzt im Praxisverbund Hüttener Berge, einem Zusammenschluss von fünf Fachärzten für Allgemeinmedizin mit verschiedenen Schwerpunkten. Die Mediziner sind in einer Berufsausübungsgemeinschaft organisiert und an den drei Standorten Ascheffel, Alt-Duvenstedt und Groß Wittensee mit eigenen Praxisräumen präsent. Hauth arbeitet in einer klassischen Landarztpraxis. Sie liegt in Groß Wittensee, eingebettet in die Landschaft des Naturparks Hüttener Berge. Für diese Region entschied sich Hauth nicht ganz zufällig. Die Gegend zwischen Rendsburg, Eckernförde und Schleswig war seine absolute Wunschregion, als er ein entsprechendes Inserat in der KVSH-Praxisbörse schaltete und sich auch im „Nordlicht“ porträtieren ließ. Im Artikel „Ein Nordlicht will zurück“ beschrieb er sich und sein Anliegen. Die Werbung in eigener Sache lohnte sich, denn er bekam viele Zuschriften. Hausärzte sind begehrt und so gab es Arbeitsangebote bis hoch nach Flensburg. Letztlich überzeugte ihn das Angebot des Praxisverbundes Hüttener Berge am meisten. „Der Angestelltenstatus ist für beide Seiten so eine Art Testphase, um zu schauen, ob es passt. Mein Ziel ist es aber, bald vollverantwortlich in den Praxisverbund einzusteigen“, erklärt Hauth, der am liebsten noch in diesem Jahr einen eigenen Praxissitz übernehmen möchte. „Ich will gern richtig mitbestimmen, denn mir ist es wichtig, sagen zu können: Das ist auch meins“.

Vorteil BAG

Bisher lief alles rund und Hauth zieht eine positive Zwischenbilanz. „Der Start wurde mir sehr leicht gemacht und ich spüre, dass alle von meiner Anwesenheit profitieren. Mein Praxiskollege wird entlastet, die Angestellten müssen nicht mehr so lange arbeiten und die Patienten haben einen zusätzlichen Arzt für eine Zweitmeinung vor Ort einschließlich kürzerer Wartezeiten“, berichtet Hauth. Außerdem gefallen ihm die gute Vernetzung der im Praxisverbund tätigen Ärzte, der interkollegiale Austausch und das Arbeitsklima mit regelmäßigen Teambesprechungen. Auch der gute Verdienst komme hinzu, erklärt der Allgemeinmediziner. „Die Praxis arbeitet außerdem papierlos. Die Abläufe sind gut organisiert, sodass alle anfallenden Aufgaben auf fünf ärztliche Schultern verteilt werden. Die Verwaltungsarbeit wird dadurch minimiert und wir können uns besser um die Belange der Patienten kümmern. Dadurch, dass wir in der Berufsausübungsgemeinschaft so viele Kollegen sind, ergänzen wir uns außerdem hinsichtlich der einzelnen Subqualifikationen und Weiterbildungen und können ein größeres Beratungs- und Behandlungsspektrum anbieten und uns außerdem auch gut gegenseitig vertreten“, so Hauth.

Ein Stück Heimat

Dem Allgemeinmediziner gefällt die Arbeit in der ländlich geprägten Region. Hauth hat den Eindruck, dass die Patienten sich eher an die Praxis gebunden fühlen und vielleicht sogar etwas dankbarer und offener sind als in der Stadt. Auch die generationen- und familienübergreifende Arbeit habe ihren besonderen Reiz. „Ich finde die Landschaft toll und habe jede Menge Lebens- und Freizeitqualität. Ich wohne nur 15 Kilometer von der Praxis entfernt in Alt Duvenstedt. Im Sommer werde ich die Strecke sicher mit dem Fahrrad zurücklegen. Wieder zurück in meiner Heimat zu sein, ist schon ein schönes Gefühl. Ich kenne die Region und die Mentalität der Menschen und habe tatsächlich schon den einen oder anderen Bekannten unter meinen Patienten wieder getroffen“, erklärt er. Auch seinen jetzigen Praxiskollegen, Dr. Jens Asmussen, kennt er noch aus Schulzeiten. Beide sind zwar unterschiedlich alt, gingen aber auf dasselbe Gymnasium und stellten jetzt fest, dass sie sogar die gleichen Standardausreden fürs Zuspätkommen benutzt haben. „Es gibt in der Nähe der Schule einen beschrankten Bahnübergang und natürlich waren die Schranken immer unten, wenn wir eine Entschuldigung brauchten“, schmunzelt Hauth.