Dr. Matthias Fischer – Vom Stadtarzt zum Landarzt

Vor zwei Jahren übernahm Dr. Matthias Fischer die traditionsreiche Landarztpraxis in Hattstedt im Kreis Nordfriesland. Der Allgemeinmediziner war vorher sieben Jahre lang in einer Berufsausübungsgemeinschaft in Lübeck St. Jürgen niedergelassen. Die Entscheidung, die Stadt zu verlassen und lieber in einer ländlichen Region zu arbeiten, war gut überlegt und brachte dem 52-Jährigen mehr Arbeits- und Lebensqualität.

Ärzten, die sich beruflich und räumlich verändern möchten, stehen viele Möglichkeiten offen. Auch Dr. Matthias Fischer hatte die freie Auswahl, als er sich 2013 entschloss, außerhalb Lübecks ein neues berufliches Umfeld zu suchen. Ärzte werden überall händeringend gesucht und so bekam der überzeugte Allgemeinmediziner auch sofort Angebote. Er hätte als Oberarzt am Krankenhaus, an einer Universitätsambulanz oder als angestellter Arzt in einem Medizinischen Versorgungszentrum anfangen können. „Das hätte aber neue Abhängigkeiten und ein hohes Maß an fremdbestimmter Arbeit bedeutet. Ich wollte lieber mein eigener Herr sein“, berichtet Fischer. Ihn reizte deshalb die Herausforderung, eine Landarztpraxis zu übernehmen. „Vielleicht auch deshalb, weil viele dieses Modell schon lange für tot erklärt haben. Meine zusätzlichen Schwerpunkte Geriatrie und Palliativmedizin passten außerdem gut ins Anforderungsprofil“, erläutert er seine Motive. Fischer entschied sich deshalb, eine alteingesessene Landarztpraxis im nordfriesischen Hattstedt zu übernehmen. Die kleine Gemeinde mit 2.500 Einwohnern liegt direkt auf der Schleswigschen Geest in der Nähe von Husum und der Nordsee. Fischer fand das entsprechende Angebot in der Praxisbörse der KVSH und nahm sofort Kontakt zum damaligen Praxisinhaber Dr. Christoph Höcke auf, der die bereits in den zwanziger Jahren gegründete traditionsreiche Landarztpraxis Hattstedt seit 1982 leitete.

Landarztberuf mit verbessertem Image

Fischer kannte seinen Kollegen Höcke bereits von einer Fortbildungsveranstaltung. Es kam zu ersten Übernahmegesprächen und die beiden Ärzte wurden schnell handelseinig. „Als meine Lebensgefährtin und ich die Praxis das erste Mal sahen, wussten wir sofort, dass es passt. Uns gefielen außerdem die Weite und Frische der Landschaft Nordfrieslands“, schwärmt Fischer. Bei seinen Kollegen und Freunden bekam er für seine Entscheidung, künftig als Landarzt zu arbeiten und der Stadt den Rücken zu kehren, viel Zuspruch. Das überraschte ihn etwas, da er sich anfangs doch wie ein Exot fühlte. „Die allermeisten fanden es toll, dass ich antizyklisch handele und aufs Land gehe, wo Ärztemangel herrscht. Das Berufsfeld Landarzt hat mittlerweile auch unter den Kollegen in der Stadt wieder einen gewissen Charme. Es gilt wieder als echte Option und wird nicht mehr so belächelt, wie das vielleicht noch vor einigen Jahren der Fall war“, so der Allgemeinmediziner.

Gefragter Landarzt

In Hattstedt wurde Fischer an seinem ersten Arbeitstag begeistert empfangen. Zur Begrüßung schmückten die Bürger die Praxis mit einer Blumengirlande und bunten Fähnchen. Der Bürgermeister kam mit einem Präsentkorb vorbei und die Kommune gewährte Fischer einen zinslosen Kredit für neues technisches Equipment. Dieser herzliche Empfang tat ihm gut. Er merkte den Menschen die Erleichterung an, dass es durch seine Entscheidung, sich in Hattstedt niederzulassen, mit der Praxis im Ort weiter geht. Gleichzeitig stellte Fischer fest, dass er als Arzt auf dem Land eine wichtige Stellung hat. „In der Stadt war ich einer unter vielen. Auf dem Land geht es viel herzlicher zu. Die Patienten freuen sich einfach, dass ich für sie da bin“, erläutert er. Dieser Zuspruch führte auch zu steigenden Patientenzahlen. Das kann Fischer nicht allein schaffen. Daher beschäftigt er zum einen den alten Praxisinhaber weiter. Höcke unterstützt ihn und sein zehnköpfiges Team seit der Praxisübergabe als angestellter Arzt auf einer halben Stelle. Zum anderen arbeitet mit Dr. Eva Stengl eine angestellte Ärztin auf einer Dreiviertelstelle, zum Teil in der neu gegründeten Zweigpraxis in Husum. Fischer schätzt es sehr, dass seine Medizinischen Fachangestellten die angestammten Patienten gut kennen und nicht zuletzt mit „plattdütschem Schnack“ die Kontinuität während des Übergangs maßgeblich ermöglicht haben.

Gefragter Landarzt

In Hattstedt wurde Fischer an seinem ersten Arbeitstag begeistert empfangen. Zur Begrüßung schmückten die Bürger die Praxis mit einer Blumengirlande und bunten Fähnchen. Der Bürgermeister kam mit einem Präsentkorb vorbei und die Kommune gewährte Fischer einen zinslosen Kredit für neues technisches Equipment. Dieser herzliche Empfang tat ihm gut. Er merkte den Menschen die Erleichterung an, dass es durch seine Entscheidung, sich in Hattstedt niederzulassen, mit der Praxis im Ort weiter geht. Gleichzeitig stellte Fischer fest, dass er als Arzt auf dem Land eine wichtige Stellung hat. „In der Stadt war ich einer unter vielen. Auf dem Land geht es viel herzlicher zu. Die Patienten freuen sich einfach, dass ich für sie da bin“, erläutert er. Dieser Zuspruch führte auch zu steigenden Patientenzahlen. Das kann Fischer nicht allein schaffen. Daher beschäftigt er zum einen den alten Praxisinhaber weiter. Höcke unterstützt ihn und sein zehnköpfiges Team seit der Praxisübergabe als angestellter Arzt auf einer halben Stelle. Zum anderen arbeitet mit Dr. Eva Stengl eine angestellte Ärztin auf einer Dreiviertelstelle, zum Teil in der neu gegründeten Zweigpraxis in Husum. Fischer schätzt es sehr, dass seine Medizinischen Fachangestellten die angestammten Patienten gut kennen und nicht zuletzt mit „plattdütschem Schnack“ die Kontinuität während des Übergangs maßgeblich ermöglicht haben.

Bilanz nach zwei Jahren

Schaut Fischer auf sein neues Leben als Landarzt, so stellt er für sich fest, dass er sich richtig entschieden hat. „Ich muss zwar mehr arbeiten als in der Stadt, weil ich erheblich mehr Patienten versorge und für die Hausbesuche auch weiter fahren muss. Ich muss aber auch nicht um Patienten kämpfen und mich von anderenPraxen abheben“, bilanziert er. Das Arbeiten auf dem Land empfindet er als unkomplizierter und erfüllender. „In der Stadt
ist die Anonymität größer. Das ist bei meiner Arbeit als Landarzt ganz anders. Hier nimmt man viel mehr am Leben der Menschen teil. Sie vertrauen mir und deshalb ist die Eingangstür bei meinen Hausbesuchen auch niemals abgeschlossen“, so Fischer.