Dr. Stefanie Engels – „Ich wollte sofort in die Niederlassung“

Dr. Stefanie Engels war eine der Ärztinnen in Schleswig-Holstein, die sich für eine Niederlassung entschieden haben. Die Dermatologin (Jg. 1981) gehört zu den ganz jungen Praxisinhaberinnen im Land.

„Seit ich selbstständig bin, ist das für mich wie eine Befreiung. Ich fühle keine Arbeitsbelastung, es macht mir einfach Spaß“, sagt Engels.

Für die ungewöhnlich frühe Niederlassung sind bei ihr mehrere Faktoren zusammengekommen:
– Während der Weiterbildung hat sie schon zwei Jahre Praxisluft schnuppern können. Der Schritt in die Selbstständigkeit war für Engels kein Sprung in ganz kaltes Wasser.
– Ihre frühere Kollegin und heutige Praxispartnerin Kathrin Higelke ist erfahren, hat eine Ausbildung in Ökonomie und hat in der Verwaltung einer großen Klinik gearbeitet. Diese Kombination hält Engels für die Gemeinschaftspraxis für extrem wertvoll.
– Engels selbst hat im Elternhaus vorgelebt bekommen, dass zur Selbstständigkeit auch ein gewisses Risiko gehört. Die Investition in die Praxis schreckte sie nicht ab.

Sie hat mit ihrem Mann genau überlegt, ob die Niederlassung zu diesem frühen Zeitpunkt möglich und sinnvoll ist. Sie haben sich dafür entschieden, weil auch ihr Partner später Elternzeit nehmen könnte, weil sie vergleichsweise früh eine Betreuung in Anspruch nehmen könnten und weil Engels die Möglichkeit hätte, ihre Sprechzeiten etwas zu reduzieren.

Dass die beiden Praxispartnerinnen sich gefunden haben, verdanken sie der gemeinsamen Arbeit in einer Kieler Dermatologenpraxis, in der Engels einen Teil ihrer Weiterbildung absolvierte. „Wir sind beide geradeheraus und sagen, was wir denken. So gibt es zwischen uns keine Konflikte“, sagt Engels über die Zusammenarbeit mit ihrer Praxispartnerin. Die gemeinsame Zeit in der früheren Praxis war für sie ausschlaggebend: „Ich hätte mich nie mit jemandem niedergelassen, den ich kaum kenne.“ Die Kombination erschien beiden so optimal, dass Higelke schon ein halbes Jahr früher in die Selbstständigkeit ging und Engels als Assistenzärztin angestellt hätte, wenn sie die Facharztprüfung nicht bestanden hätte. Higelke suchte gezielt nach einer Gemeinschaftspraxis, während Engels ihre Facharztprüfung ablegte. In Norderstedt wurden sie fündig: Zwei männliche Kollegen suchten Nachfolger – einer aus Altersgründen, den anderen zog es an die Westküste. Der Patientenandrang hat unter dem Wechsel nicht gelitten. „Viele Frauen finden das gut. Wir haben viel Zuspruch“, sagt Engels.

Aus: Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt