Niederlassung

Volle Vielfalt bei der Niederlassung

Einzelpraxis, Praxisgemeinschaft, Berufsausübungsgemeinschaft oder MVZ: Es gibt viele Möglichkeiten, sich als Arzt oder Psychotherapeut in Schleswig-Holstein niederzulassen. Außerdem entscheiden Sie, ob Sie selbstständig oder angestellt in einer Praxis arbeiten möchten. Wir stellen Ihnen unterschiedliche Praxismodelle und Kooperationsmöglichkeiten vor.

Einzelpraxis

In einer Einzelpraxis lassen sich persönliche Vorstellungen am besten umsetzen – in organisatorischer und medizinischer Hinsicht. Sie allein legen Praxisablauf und Arbeitsschwerpunkte fest, entscheiden über Sprechzeiten und Versorgungsangebote. Darüber hinaus sind Sie wirtschaftlich unabhängig. Ärzte in einer Einzelpraxis müssen aber keine „Einzelkämpfer“ sein: Sie können z.B. andere Ärzte anstellen oder in einem Praxisnetz mit Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten.

Praxisgemeinschaft, Berufsausübungsgemeinschaft und MVZ

In einer Praxisgemeinschaft schließen sich Ärzte und/oder Psychotherapeuten mit dem Ziel zusammen, Räume, medizinische Geräte und Personal gemeinsam zu nutzen. Jeder Arzt hat aber seinen eigenen Patientenstamm und rechnet seine Leistungen selbst mit der Kassenärztlichen Vereinigung ab.

Noch enger arbeiten Ärzte und/oder Psychotherapeuten in einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) – auch Gemeinschaftspraxis genannt – zusammen. Sie teilen sich nicht nur Praxisräume, Geräte und Personal, sondern behandeln die Patienten gemeinsam und rechnen Leistungen auch gemeinsam ab. Trotz dieser wirtschaftlichen und organisatorischen Einheit arbeiten Sie auch in einer BAG eigenverantwortlich und medizinisch unabhängig.

Eine weitere Möglichkeit, im Team zu arbeiten, bietet das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ). Hier können Ärzte und Psychotherapeuten freiberuflich oder angestellt zusammen arbeiten – bisher fachübergreifend, nach den Plänen der Bundesregierung bald auch fachgleich.

Angestellt in Praxis oder MVZ

Wenn Sie sich nicht sofort selbstständig machen wollen, können Sie sich auch erst einmal in einer Praxis oder in einem MVZ als Arzt oder Psychotherapeutanstellen lassen. Nach den ersten Berufsjahren haben Sie dann immer noch die Möglichkeit, in die Selbstständigkeit einzusteigen und die Praxis zu übernehmen, wenn der Inhaber in den Ruhestand geht. Außerdem bleiben Sie als angestellter Arzt flexibel und können Familie und Beruf aufeinander abstimmen, denn im Angestelltenverhältnis haben Sie die Wahl zwischen Voll- und Teilzeitbeschäftigung.

Mehr Flexibilität durch Aufhebung der Residenz­pflicht

In der Stadt leben und auf dem Land praktizieren. Seit dem Wegfall der Residenzpflicht ist das problemlos möglich. Niedergelassene Ärzte müssen ihren Wohnsitz nicht mehr zwingend in der Nähe ihrer Praxis haben. Diese neue Freiheit erleichtert es ihnen, berufliche Vorstellungen mit privaten Wünschen zu vereinbaren.

Kein Problem mit dem ärztlichen Bereit­schafts­dienst

In Schleswig-Holstein haben niedergelassene Ärzte mehr Zeit für ihre Familien, denn die 50- bis 60-Stunden-Woche mit sehr vielen Bereitschaftsdiensten in den Nächten und am Wochenende gehört hier der Vergangenheit an. Nimmt ein Arzt am ärztlichen Bereitschaftsdienst teil, so sind seine Dienstzeiten drei Monate im Voraus festgelegt und somit relativ gut planbar. Die Teilnahme wird mit einer ärztliche Stundenvergütung in Höhe von 50 Euro honoriert. In Schleswig-Holstein ist der Bereitschaftsdienst über feste Anlaufpraxen, die meist an Krankenhäuser angeschlossen sind, organisiert. Außerdem gibt es einen fahrenden Dienst. Eine Leitstelle mit medizinischem Fachpersonal koordiniert die gesamten Abläufe. Auch diese Struktur entlastet die Ärzte, denn weder der diensthabende Arzt, noch seine Familienangehörigen müssen sich um die Koordination der eingehenden Patientenanrufe kümmern.

Laut Satzung sind Ärzte und Privatärzte verpflichtet, am Bereitschaftdienst teilzunehmen. Es gibt momentan im allgemeinärztlichen Dienst noch genügend Ärzte, die freiwillig Schichten übernehmen, so dass niemand dienstverpflichtet werden muss. Lediglich im kinder- und fachärztlichen Notdienst gibt es diese Verpflichtung.

Elternzeitregelung für Praxisinhaber: Sie bleiben flexibel.

Gerade Ärztinnen wollen beides: Erfolgreich sein im Beruf und eine Familie gründen. Die KVSH gehört zu den wenigen Kassenärztlichen Vereinigungen, die eine Regelung zur Elternzeit haben, die auf die Bedürfnisse von jungen Eltern zugeschnitten ist. Auch bei der Geburt eines Kindes bleiben Sie flexibel. Niedergelassene Ärztinnen/ Ärzte und Psychotherapeutinnen/ Psychotherapeuten können sich nach der Geburt eines Kindes bis zu drei Jahre lang in ihrer Praxis vertreten lassen, ohne ihre Zulassung zu verlieren.

Ihr Weg zum Arzt

Wenn Sie den Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung erfolgreich bestanden, können Sie Ihre Approbation beantragen, um als Arzt tätig zu werden. Nächstes Ziel ist dann der Facharzttitel.

Dem Erwerb des Facharzt-Titels geht in Deutschland eine mehrjährige Weiterbildungsphase voraus, die mit einer Prüfung vor der Ärztekammer abgeschlossen wird. Ziel der Weiterbildung ist der geregelte Erwerb festgelegter Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten, um besondere ärztliche Kompetenzen zu erlangen. Die Weiterbildung erfolgt in strukturierter Form, um in Gebieten die Qualifikation als Facharzt, darauf aufbauend eine Spezialisierung in Schwerpunkten oder in einer Zusatz-Weiterbildung, zu erhalten.

Für Ihre ärztliche Weiterbildung in Schleswig-Holstein ist die Ärztekammer Schleswig-Holstein verantwortlich. Ziel der Weiterbildung ist es zunächst, in dem von Ihnen gewählten Fachgebiet die Qualifikation als Facharzt zu erwerben. Aufbauend auf der erfolgreichen Facharztprüfung ist später in dem entsprechenden Gebiet auch eine Spezialisierung in Schwerpunkten oder Zusatz-Weiterbildungen möglich. Je nach Fachgebiet dauert eine Weiterbildung zum Facharzt in der Regel fünf bis sechs Jahre. Wenn nötig, können Sie Ihre Weiterbildung auch in Teilzeit absolvieren, wenn sie mindestens die Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit beträgt.

Abschluss einer fünfjährigen Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin.

Davon:

    • 36 Monate in der stationären Basisweiterbildung im Gebiet Innere Medizin, davon können bis zu 12 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung (auch in Abschnitten von jeweils 3 Monaten) auch im ambulanten Bereich angerechnet werden,

 

    • 24 Monate Weiterbildung in der ambulanten hausärztlichen Versorgung.

 

    • 24 Monate in der stationären Basisweiterbildung im Gebiet Innere Medizin und mindestens 18 Monate in der ambulanten hausärztlichen Versorgung sind obligat. Während der verbleibenden Weiterbildungszeit müssen 6 Monate in Chirurgie (auch in Abschnitten von 3 Monaten) abgeleistet werden.

 

  • 80 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Psychosomatische Grundversorgung.

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Kontakt

Kassenärztliche Vereinigung
Schleswig-Holstein

Bismarckallee 1-6
23795 Bad Segeberg

Tel: 04551 - 883 883
E-Mail: service@kvsh.de

Telefonisch erreichbar:
Mo. – Do.: 8:00 – 17:00 Uhr
Fr.: 8:00 – 14:00 Uhr